Presse

Wo Leiden zum Fest wird

Meine Reportage zur Semana Santa in Lorca. Erschienen in der Osterbeilage ND. E-Tag: 30.3.2013

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Semana Santa Prozession in Spanien, 2013

 

Presse, Projekte, Recherche

Reportage in der WELT: Palomares strahlende Gegenwart

Nach zwei Jahren Recherche vor Ort und anderswo ist in der Tageszeitung Die Welt endlich meine Reportage über Spaniens radioaktiv verseuchte Region im andalusischen Palomares erschienen. Der ehemals idyllische Fischerort feierte vor wenigen Tagen einen traurigen Jahrestag: vor 45 Jahren stürzte am 17. Januar 1966 ein amerikanisches Flugzeug mit vier Wasserstoffbomben an Bord ab.

Palomares und Umgebung gilt bis heute als Gegend mit der höchsten Radioaktivität in Europa. Bewohner, Politiker und Umweltschützer fordern eine gründliche Dekontaminierung. Doch die spanische Regierung schiebt das Problem auf die lange Bank. Die Verhandlungen mit den USA als Verursacher stocken. Die spanische Umweltschutzorganisation Ecologistas en Accion schlägt Alarm. Das in den Bodenschichten befindliche Plutonium zerfalle in leichtere Bestandteile wie Americium und verteile sich über den Luftweg in weiter entfernte Regionen. Eine Dekontaminierung könne in der Zukunft noch komplizierter und teurer werden, wenn nicht bald gehandelt wird. Außer um die Übernahme der Kosten von rund 30 Millionen Euro geht es aber vor allem um den Verbleib der verseuchten Erde. Spanien hat keine Endlagerstätte für Atommüll.

Der Beitrag ist in Welt Online und am 17.Januar 2011 in der Printausgabe der Welt am Sonntag erschienen. Bitte Nachlesen:

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Presse

Kosten der Winterspiele von Vancouver 2010

Der amerikanische Sportjournalist Dave Zirin hat im Vorgeplänkel der olympischen Winterspiele eine kleine Tournee in Vancouvers Universitäten SFU und UBC gestartet. Eingeladen wurde er von akademischen Olympiakritikern, die mit der Berichterstattung der hiesigen Medien unzufrieden sind. Zirin analysiert die Stimmung in Britisch-Kolumbien als Außenseiter, der sich getraut, laut auszusprechen, was die Kanadier nur missmutig vor sich hin murren. Die Winterspiele werden der Stadt Vancouver eine große Schuldenlast aufbürden, die vom Staat geschultert werden muss. Die Folge: höhere Steuern, steigende Mieten und wachsende Obdachlosigkeit in einer der jetzt schon teuersten Städte der Welt.  Vancouver zählt wegen der immer weiter wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich in Nordamerika zu den Städten mit der höchsten Kriminalitätsrate – New York wurde längst überholt.

Dave Zirin hat in seinem seinem jüngsten Beitrag auf der Website Edge of Sports die die horrenden Kosten von Olympia 2010 zusammengefasst:

  • Ursprüngliche Kosten der öffentlichen Hand $660 Millionen –  jetzt auf $6 Milliarden gestiegen
  • Erste Wirtschaftsprognosen versprachen Einnahmen durch olympische Spiele von $10 Milliarden – Price Waterhouse Coopers neueste Studie belegt: es werden nur  $1 Milliarde an dem Ereignis verdient
  • Das Olympische Dorf wurde $100 Millionen teurer als geplant und muss von Stadt bezahlt werden
  • Kosten für Sicherheit wurden mit $175 Millionen eingeschätzt und liegen nun bei $1 Milliarde

Wegen des anhaltend milden Wetters wird auch die Vorbereitung der Pisten auf dem Hausberg Vancouvers Cypress Mountain immer teurer. Die Ausrichter lassen mittlerweile per Hubschrauber Schneemassen von höher gelegenen Bergen einfliegen. Vancouver erlebt seit Wochen einen Vorfrühling, der die mageren Schneereserven vom November hat schmelzen lassen.

Die Frage ist, ob sportliche Großereignisse in Zeiten der Rezession und immens steigender Kosten wegen Sicherheitsvorkehrungen noch ihren ursprünglichen Sinn erfüllen oder längst zu einem Finanzspielplatz großer Unternehmen geworden sind. Dieses Foto von der Formel 1 im indischen Mumbai sagt doch mehr als tausend Worte:

Vancouver gilt als eine der lebenswertesten Städte der Welt - gilt das nur für Reiche?